Stoffverbrauch-Tabelle: Richtwerte für 140 cm Stoffbreite

Wer nach einer Stoffverbrauch-Tabelle sucht, will eine Zahl, mit der er in den Stoffladen gehen kann. Hier ist sie, zusammengetragen aus veröffentlichten Tabellen. Direkt daneben steht, unter welchen Annahmen die Zahl gilt, denn an genau diesen Annahmen scheitern Tabellen im echten Nähzimmer.

Kurzantwort (140 cm Stoffbreite, Größe 34 bis 42): T-Shirt ca. 0,9 m, Bluse ca. 1,55 m, Hoodie ca. 1,4 m, schmale Hose ca. 1,55 m, schmales Kleid 2,0 m, weites Kleid bis 3,65 m. Bei 110 cm Stoffbreite rechne rund 50 % mehr. Das sind Startwerte, keine Garantie: Sie gelten für eine Stoffbreite, eine Körpergröße und zwei grobe Größen-Gruppen.

Die Tabelle (140 cm Stoffbreite)

Die Werte stammen aus veröffentlichten Stoffverbrauchs-Tabellen. Sie sind für 140 cm Stoffbreite und etwa 1,68 m Körpergröße gerechnet und in zwei Größen-Gruppen angegeben:

KleidungsstückGr. 34-42Gr. 44-52
T-Shirt0,9 m1,3 m
Bluse1,55 m1,7 m
Hoodie1,4 m1,7 m
Schmaler Rock0,9 m1,7 m
Schmale Hose1,55 m2,3 m
Schmales Kleid2,0 m2,5 m
Weites Kleid2,85 m3,65 m

Für Mäntel reichen die veröffentlichten Werte bis 3,85 m. Und schon in der Tabelle selbst siehst du ihre größte Schwäche: zwei Gruppen für zwanzig Konfektionsgrößen. Eine 34 und eine 42 bekommen denselben Wert, obwohl dazwischen ein deutlicher Unterschied an Umfang und Länge liegt. Beim schmalen Rock steht 0,9 m neben 1,7 m, fast das Doppelte, und wo genau dein Schnitt in deiner Größe dazwischen landet, sagt dir keine Tabelle.

Die Breiten-Regel: 110 cm braucht rund die Hälfte mehr

Alle Werte oben gelten für 140 cm breiten Stoff. Für schmalere Ware gilt als Faustregel: Bei 110 cm Breite rechne etwa 50 % mehr Länge, bei 90 cm fast das Doppelte. Das ist reine Flächenrechnung, und sie funktioniert erstaunlich oft. Sie bricht in dem Moment, in dem ein einzelnes breites Teil (eine Tellerrock-Bahn, ein weites Hosenbein, ein aufgeklapptes Rückenteil) nicht mehr in die schmalere Breite passt. Dann hilft kein Prozentaufschlag mehr, sondern nur neu auslegen, weil sich das komplette Layout ändert.

Was die Tabelle voraussetzt

Jede veröffentlichte Tabelle steht auf denselben stillen Annahmen: eine Körpergröße (hier 1,68 m), durchschnittliche Ärmel- und Rocklängen, ein Stoff ohne Richtung und ohne Muster, das gepasst werden muss. Sobald dein Projekt davon abweicht, wandert die Zahl. Für Samt, Cord und Richtungsdrucke werden üblicherweise 15 bis 25 % Aufschlag genannt, weil alle Teile in dieselbe Richtung zeigen müssen; wie viel es wirklich ist, hängt von den Teilformen ab. Deutsche Näh-Ratgeber empfehlen außerdem 10 bis 20 cm Puffer fürs Einlaufen. Wer alle Aufschläge stapelt, kauft am Ende einen halben Meter zu viel; wer keinen nimmt, fährt zweimal in den Laden.

Der rechnerische Weg: auslegen statt nachschlagen

Der einzige Weg zur exakten Zahl führt über deine echten Schnittteile auf deiner echten Stoffbreite. Manuell geht das so: Markiere die Stoffbreite mit Klebeband auf dem Fußboden, leg alle Teile deiner Größe hinein (gespiegelte Paare doppelt), schieb sie dicht zusammen, ohne den Fadenlauf zu verdrehen, und miss die belegte Länge. Näh-Ratgeber empfehlen dabei, die Webkanten nicht mitzurechnen und rund 10 % fürs Einlaufen aufzuschlagen. Das funktioniert, kostet aber einen freien Fußboden, ein fertig ausgedrucktes Schnittmuster und einen Abend.

Genau dieses Ritual lässt sich automatisieren, mit ein paar ehrlichen Einschränkungen: PatternNest liest SVG und DXF (aus Seamly2D, Valentina oder FreeSewing; einen Papier- oder PDF-Schnitt zeichnest du einmal in Inkscape nach), aber keine PDF-Schnittmuster direkt. Teile „im Stoffbruch" bildet v1 nicht ab; der Workaround ist, das Teil an der Bruchkante zu spiegeln und als aufgeklapptes ganzes Teil auszulegen. Nahtzugabe wird weder ergänzt noch entfernt: Dein Schnitt wird exakt so verwendet, wie er gezeichnet ist.

Statt Tabelle: die Zahl aus deinem Schnittmuster. Zieh deine Schnittteile (SVG oder DXF) in PatternNest, stell Stoffbreite, Fadenlauf und Einbahn-Regeln ein und lies die benötigte Länge in Metern ab. Bis 10 Teile ist alles gratis: Nesting, Stoffbedarf und der Zuschneideplan als PDF/SVG. Hat dein Schnitt mehr Teile, bleiben Stoffzahl und Vorschau trotzdem sichtbar; nur der Export braucht dann eine Lizenz.

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